
Europaweit einzigartig!
Zur eternity colonge 2002 in einer jetzt kulturell genutzten ehemaligen Essigfabrik in Köln mit dem rustikalen Ambiente einer experimentellen Theaterwerkstatt, hat Averbeck mit großem Erfolg - unter Einsatz seines Herzblutes - das bisher größte und teuerste Event der richtungweisenden Bestatterpräsentation verwirklicht:
Ein szenisches Theaterprojekt, das mit Ernsthaftigkeit, aber nicht ohne Humor, den Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft thematisiert. Profihaft und mit großem Engagement und vor allem auch Kreativität wurde Averbecks Idee einer Theaterinszenierung zum Thema Tod schließlich von Thomas Nufer aus Münster umgesetzt. Der 43jährige Regisseur und Bühnenbildner mit großer dramaturgischer Erfahrung schrieb sachkundig und mit Sensibilität die Texte um das Tabu des Todes in einer Theaterinszenierung zum öffentlichen Thema zu machen. UTheaterprofi dabei von einem eigens gegründeten Projektteam. Mitglieder: Wolfgang Averbeck, Franz Hartje, Wolfgang Paßmann und Christoph Schmidt-Ehmcke. Die Kosten wurden von drei Bestatterverbänden und Sponsoren aus der Bestattungsindustrie getragen. Ein solches Projekt ist natürlich nicht ohne ausreichende Finanzmittel zu verwirklichen. Wolfgang Averbeck schaffte es mit seiner Überzeugungsarbeit, die nötige “Knete” bei den Bestatterverbänden und anderen namhaften Sponsoren aus der Bestattungsindustrie zu beschaffen. So kamen etwa 60.000 Euro für das spannende und ungewöhnliche Theaterexperiment zusammen. Einen Großteil der Kosten verursachte die Produktion des mit aufwendiger Videotechnik visualisierten Bühnenhintergrundes, der ungewöhnliche und bisweilen verblüffende Effekte im Kontext zu jeder Szene bot.
Thomas Nufer zeigte als Skriptautor und Regisseur nicht nur ein sensibles Gespür für die ungewöhnliche Thematik des Theaterprojekts; er konnte auch überzeugende Schauspieler(innen) mit großem Einfühlungsvermögen und emotionalem Engagement für die Mitwirkung gewinnen. Sie alle führten das unkonventionelle Theaterereignis zu einem großen Erfolg. Nach der Uraufführung des einmaligen Stückes mit vierzehn von einander unabhängigen Szenen auf der eternity mochte der Beifall des Publikums nicht mehr enden.
Und nach der Aufführung des Theater- Events am zweiten Tag der eternity gab es gar minutenlange stehende Ovationen der begeisterten Besucher .
Ritus - Nein danke, wir sterben nicht!Eine Frau begegnet auf dem Weg zu einem wichtigen Termin dem Beerdigungszug ihres Vaters... Eine andere holt ihren todkranken Mann von der Intensivstation, damit er in seinem Lieblingscafé sterben kann... Ein Winzer plant die eigene Bestattung in einem Weinfaß... Ein Mädchen schmiedet für ihren verunglückten Freund ein Grabkreuz aus Motorradschrott...
Vierzehn Spielszenen zum Thema Tod, manche ernst und betroffen machend, andere seltsam oder fast heiter anmutend, fügen sich in dem neuen Theaterstück des Autors und Regisseurs Thomas Nufer, (bekannt u.a. durch das Musical "Sarajevo Love",) zu einer Einheit. Der Zuschauer wird (mittels Filmprojektionen) an die verschiedensten Spielorte geführt, doch der jeweils Sterbende oder Verstorbene ist stets ein und dieselbe Person, verkörpert vom Theaterschauspieler Thomas Wenzel (Städt. Bühnen Münster).
In dieser unterschiedlichen Art, sich mit dem Tod - nicht zuletzt dem eigenen - auseinanderzusetzen, lernt der Betrachter vielschichtige Formen der Todesrituale, Betattungsformen und der Trauerarbeit kennen. Ihm wird dabei auch bewußt, wie sehr die Vorstellungen von einem "Danach" unseren Umgang mit diesem Thema bestimmt.
Weitere Gastspiele sind geplant, u.a. auch in Münster und Kassel.
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Wie sieht der Tod aus?
Unkonventionelles Theaterstück schafft spielerisch Nähe zum Tabuthema Sterben
(UAN) Münster - „Wir haben nicht die aktuell Trauernden im Blick, sondern diejenigen, die die Auseinandersetzung mit dem Tod weit vor sich schieben“, erklärt Christoph Schmidt-Ehmcke, Pfarrer der Erlöser-Gemeinde, zum Theaterstück „Ritus“, dass kurz vor der Uraufführung steht. Das Stück, gestern in Teilen vorgestellt, setzt sich mit den Vorstellungen von Tod und Bestattung episodenhaft und unkonventionell auseinander - Regisseur und Autor Thomas Nufer setzt mit sieben Erwachsenen und einem Kind dass Thema leicht provokant, aber dennoch behutsam um. Provokant etwa bei der Episode vom Winzer , der in einem Weinfaß, dem Symbol seines Lebens, beigesetzt werden will. Behutsam in der Episode vom Kind, dass einen Kasperle zur letzten Ruhe bettet. Ausschnitte werden am 15. September auf dem Waldfriedhof Lauheide zu dessen 60-jährigen Bestehen der Öffentlichkeit präsentiert, die Premiere findet beim „eternity“-Kongress in Köln vom 20. bis 22. September statt. Die Idee, die Möglichkeiten und Verbote bei Bestattungen auf die Bühne zu bringen, stammt vom münsterschen Bestattungsunternehmer Wolfgang Averbeck. „Ich dachte zunächst an ein Musical - dann wurde es doch ein Schauspiel“, skizziert Averbeck die Entstehung des Gedankens. Die Produktionskosten tragen die drei großen Bestatterverbände Deutschlands gemeinsam mit weiteren Sponsoren. Das Team Nufer/Schmidt-Ehmcke hat schon einmal ein heikles Thema überzeugend auf die Rampe gebracht: im Musical „Miss Sarajevo". „Ich bin nicht als Theologe hier“, betonten denn auch Schmidt-Ehmcke, der als Berater fungiert hat. „Thomas Nufer und ich haben viel diskutiert“, berichtet der Pfarrer - und das oft kontrovers. Herausgekommen ist ein Theaterstück, in dem auch Hintergrundfilme ins Geschehen integriert werden - für die Lichteffekte sorgt Lutz Gock, broadway-erfahren und Münsteranern vom Roten Platz auf dem Rathausinnenhof bei „Ab in die Mitte“ bekannt. Es ist auch beabsichtigt auf Tournee zu gehen. Sehr gut passt da die Variabilität des Stücks in Länge und technischem Aufwand - man kann z.B. die Filmprojektionen weglassen. So ist das „Theater der Vergänglichkeit“ - so der Untertitel - transportabler. Zahlreiche Anfragen für eine Aufführung liegen schon vor.
Münstersche Zeitung vom 20.8.2002
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Wie das Leben so der Tod„Ein Leben reicht nicht für das Leben“ Von Claudia Bakker
Münster - „Licht.“ Thomas Wenzel ist tot. Er weiß schon gar nicht mehr, wie oft er in den vergangenen Wochen gestorben ist. Heute muss er auch wieder ran. Von Berufs wegen. Der Schauspieler stirbt jeden Tag die Tode des Thomas Nufer. „Als mein Hauptdarsteller ist er praktisch permanent tot“, sagt der dunkelhaarige Regisseur mit den strahlenden Augen. Begeisterung, fast ein bisschen Zärtlichkeit vermitteln sie, wenn der Münsteraner über sein aktuelles Stück spricht. „Ritus - Nein danke, wir sterben nicht“ dreht sich um ein Thema, das die meisten Menschen völlig aus ihrem Leben ausblenden. Dabei berührt es fast jeden - jeden Tag. Bestattung und Tod machen Theatermann Nufer keine Angst. „Der Tod sollte so sein, wie das Leben war“, sagt er. Laut oder leise, pompös oder bescheiden - Nufer hat ein Stück geschrieben, das sich in 14 Szenen mit Bestattungsriten beschäftigt. „Aber nicht so wie es ist, sondern wie es sein sollte.“ „Licht.“ Thomas Nufer mischt sich ein. „Du klingst zu kräftig, etwas schwächer bitte.“ Es wird leise gestorben. Das erwarten die Leute. Überhaupt wirkt das Stück sehr leise. „Ich habe noch nie so viel geflüstert.“ Thomas Wenzel stirbt tapfer zum dritten Mal. „Man lernt sehr viel über sich selbst und braucht eine Menge Mut“ beschreibt Schauspieler Markus von Hagen, der eigentlich vom Kabarett kommt. Mut, sich mit Leben und Tod und der Angst vor beidem auseinander zu setzen. „Licht.“ Die Anspannung im Probenraum über der Arztpraxis löst sich in nervöses Lachen auf. Es wirkt fast künstlich, hilflos. Die fiktive Ansprache an die Trauergemeinde geht dabei unter. „Das ist es, was ich mit Mut meine“, flüstert von Hagen. Betroffenheit und Angst, die man sich nicht eingestehen wolle oder könne, liegen in jeder der Szenen. Angst vor dem eigenen Tod? „Nein, die habe ich nicht“, sagt Nufer bestimmt, „Ich denke jeden Tag darüber nach. Gehört doch dazu.“ Leicht zu sagen für jemanden, der an Wiedergeburt glaubt. „Ich habe hier ein Aufgabe und erst wenn die erfüllt ist, kommt der Tod.“ Eins nach dem anderen und alles zu seiner Zeit. Ein Leben reicht eben nicht aus für „das“ Leben. Mit seinem Stück möchte er für mehr Offenheit sorgen - bei den Zuschauern und den Schauspielern. „Das ist kein Stück wie jedes andere“, weiß der Regisseur um die Schwierigkeiten der Akteure. Es verlangt ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und sehr oft die Preisgabe der innersten Gedanken. Nicht nur eine Gefahr, sondern oft auch eine Chance: „Schauspieler dürfen für einen kurzen Moment das tun, was man nie machen würde.“ Etwas, das er sich selbst nicht einzugestehen scheint. Nicht bei der Arbeit. Der Designer, Dramaturg, Intendant und Regisseur fängt auf, hält zusammen. Lässt nur die Schauspieler gehen, nicht sich selbst. Bis der letzte Vorhang fällt.
Zeitung am Sonntag, Münster 7.9.2002
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